Inflationsgeschützte Anleihen – Warum Privatanleger jetzt handeln müssen!
Die Inflation steigt auf ein seit langem nicht mehr gesehenes Niveau…
Nach vielen Jahren mit niedriger Inflation und niedrigen Zinsen ist das Schreckgespenst der Inflation wieder zurückgekehrt:
- In der Eurozone stieg sie zuletzt im Januar 2022 auf 4,9 % an.
- In den USA lag sie sogar bei 7,5 %.
Handelt es sich hierbei nur um einen vorübergehenden Anstieg der Inflationsrate oder um eine hartnäckig anhaltende Inflation? Wer von Letzterem ausgeht, muss sich auch Gedanken darüber machen, wie man sein Vermögen vor Inflation schützt – was stets Bestandteil einer langfristigen Anlagestrategie sein sollte. Weitere Informationen zur Inflation finden Siehier.
Eine Möglichkeit, sich gegen Kaufkraftverlust abzusichern, sind Anlagen in inflationsgeschützte Anleihen. Eine inflationsgeschützte Anleihe, auch als inflationsindexierte Anleihe oder Inflationsanleihe bezeichnet, wird in der Regel von der Regierung eines Staates begeben.
Ihr Cashflow entspricht dem einer regulären Staatsanleihe mit regelmäßigen Kuponzahlungen und der Rückzahlung des Gesamtbetrags bei Fälligkeit. In diesem Fall sind die Zins- und Rückzahlungsbeträge jedoch an die Inflationsrate gekoppelt, die auf einem Index basiert. Die meisten inflationsindexierten Anleihen garantieren eine Rückzahlung von mindestens 100 % des Kapitals bei Fälligkeit, wodurch Anleger vor längeren Deflationsphasen geschützt sind.
Steigende Zinsen als Gefahr für inflationsgeschützte Anleihen
Inflationsanleihen werden bei der Bewertung ihrer Rendite oft mit festverzinslichen Staatsanleihen mit ähnlicher Laufzeit verglichen (deren Kuponzahlungen und Kapitalbetrag sich nicht inflationsbedingt erhöhen). Der Ertrag einer festverzinslichen Staatsanleihe wird als nominale Rendite bezeichnet. Diese Rendite wird durch die Inflation negativ beeinflusst, sodass die sogenannte reale Rendite sinkt – denn die Kaufkraft des Zinskupons sowie die des Rückzahlungsbetrags hat sich während der Anlagedauer durch die Inflation verringert. Die Erträge von inflationsgeschützten Anleihen hingegen sind und bleiben inflationsbereinigt stabil, d. h., Anleger erzielen stets konstante „reale“ Renditen.
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So messen Sie die Attraktivität einer inflationsgeschützten Anleihe: Starke Korrelation mit dem Ölpreis
Der Unterschied zwischen nominalen Anleihen und inflationsgeschützten Anleihen führt uns zu einem wichtigen Konzept, der sogenannten Break-even-Inflationsrate. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen der Rendite einer nominalen festverzinslichen Anleihe und der realen Rendite einer inflationsgeschützten Anleihe mit ähnlicher Laufzeit und Bonität. Da inflationsindexierte Anleihen flexibel sind, keinen festen Kupon für die gesamte Laufzeit der Anleihe haben und die Inflationsindexierung die Möglichkeit höherer nominaler Zahlungen bietet, ist der Zinskupon (vor etwaigen Anpassungen auf Basis der Inflationsindexierung) in der Regel niedriger angesetzt als bei festverzinslichen Anleihen. Liegt die Inflation im Durchschnitt über der Break-even-Rate, wird die inflationsgebundene Anlage bessere Ergebnisse erzielen als festverzinsliche Anleihen. Liegt die Inflation hingegen unter der Break-even-Rate, werden festverzinsliche Anlagen besser abschneiden als inflationsgeschützte Anleihen.
Die aktuellen Break-even-Raten für 10-jährige Staatsanleihen (Stand: März 2022):
- USA: 2,85 %
- Großbritannien 4,55 %
- Deutschland 2,65 %,
- Italien 2,47 %
- Japan 0,76 %
Die Zinssätze spiegeln die unterschiedlichen langfristigen Inflationserwartungen in den einzelnen Märkten wider. In den meisten Ländern befinden sie sich derzeit auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2007/2008.
Wie aus der nachstehendenGrafikdeutlich wird, korreliert die Breakeven-Inflationsrate seit März 2020 stark mit dem Anstieg des Ölpreises.

Risiken inflationsgeschützter Anleihen
Zu den Risiken, denen inflationsgeschützte Anleihen ausgesetzt sind, gehören vor allem das staatliche Ausfallrisiko und das Zinsrisiko. Das staatliche Risiko bezieht sich darauf, dass eine Regierung nicht bereit oder in der Lage ist, ihren Kreditverpflichtungen nachzukommen. Da inflationsgeschützte Anleihen einen Großteil ihrer Kuponzahlungen in den späten Laufzeitjahren versprechen, verschiebt sich die durchschnittliche Rückzahlung noch stärker in Richtung Fälligkeitstermin, was gegenüber regulären Anleihen zu einem etwas höheren Ausfallrisiko führt. In den meisten Industrieländern wird dieses Risiko jedoch als gering eingestuft.
Das Zinsrisiko als wichtigstes Risiko
Das wohl bedeutendere Risiko bei der Anlage in inflationsgeschützte Anleihen ist das Zinsrisiko, d. h. die Möglichkeit, dass sich das Zinsumfeld für Anleger während der Laufzeit der jeweiligen Anleihe verbessert. Eine solche Veränderung würde die Anleihe im Vergleich zu später emittierten Anleihen unattraktiver machen und entsprechend ihren Kurs senken. Je länger die Laufzeit einer Anleihe ist, desto stärker reagiert der Anleihekurs auf Veränderungen des Marktzinssatzes und desto größer ist dementsprechend das Zinsrisiko – ein Mechanismus, der auch bei klassischen Anleihen zum Tragen kommt.
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Die Einschätzung von Genève Invest zu inflationsgeschützten Anleihen:
Aktien und Unternehmensanleihen sind für Privatanleger definitiv die bessere Alternative.
Genève Invest betrachtet inflationsgeschützte Anleihen als eine von mehreren Möglichkeiten, ein Portfolio gegen Inflation abzusichern. Allerdings basieren inflationsgeschützte Anleihen meist auf Staatsanleihen und weisen daher sehr niedrige Basisrenditen auf. Zudem sollte man bedenken, dass die Zentralbanken die Zinsen in der Regel anheben, wenn Inflation eintritt und länger anhält. Und der Anstieg des Zinsniveaus wirkt sich negativ auf die Kurse von Staatsanleihen aus, sodass Kursverluste drohen.
Aus den genannten Gründen ist es sinnvoll, auch über Alternativen zur Inflationsabsicherung eines Vermögens nachzudenken. Dies kann insbesondere durch die Anlage in Sachwerte wie Aktien geschehen. Aber auch hochverzinsliche Unternehmensanleihen (sog. High-Yield-Anleihen) bieten durch hohe Zinskupons einen guten Schutz vor Inflation.